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#SVOleben | Geschichten aus unserer Region
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11.05.2018
 
Ironman-Kersten-Koschorek-SVO-Leben

Grenzen erfahren

Kersten Koschoreck, Vertriebsleiter der SVO und Ironman, verrät sein Erfolgsrezept: persönliche Ziele, perfekte Planung und ein Wettkampf als Familienprojekt.

Der Weg von Barsinghausen nach Hawaii ist weit: zuerst nach Frankfurt, dann im Flieger nach San Francisco und von dort auf die Insel aller Triathleten-Träume. Über 24 Stunden Reisezeit. Um von Barsinghausen nach Hawaii zu kommen, brauchte Kersten Koschoreck außerdem einen langen Atem. Verbrachte über 500 Trainingsstunden im Wasser, auf dem Rad oder in seinen Laufschuhen, um fit zu werden für 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,25 Kilometer Laufen. Die Triathlon-Langdistanz, den Ironman, bewältigt niemand mal eben so im Vorbeigehen.

Ein guter Plan

„Zum Triathlon bin ich 2006 gekommen“, erzählt Koschoreck. „Vorher war ich Schwimmer, dann Schwimmtrainer, später Läufer. Nach dem Marathon hatte ich Lust auf mehr – und da landet man fast automatisch beim Triathlon.“ Viermal hat der Vertriebsleiter der SVO inzwischen einen Ironman-Wettkampf geschafft: 2012, 2015 und dann zweimal im vorigen Jahr. Denn wer nach Hawaii will, muss sich bei einem der rund 40 Ironman-Qualifikationswettkämpfe weltweit seinen Startplatz erkämpfen. Kersten Koschoreck hatte sich dafür den Triathlon in Kopenhagen ausgesucht. „Das muss man strategisch angehen“, verrät er. „In Kopenhagen wurden 40 Plätze für Hawaii vergeben, bei rund 2500 Startern. Als 2. der Altersklassenwertung der über 55-Jährigen hatte ich das Hawaii-Ticket sicher.“ 10 Stunden, 16 Minuten und 58 Sekunden seine Endzeit.

Ironman

Im Team zum Erfolg

Was sich heute leicht sagt, war dennoch ein hartes Stück Arbeit. Eine Aufholjagd beim Marathon am Schluss, um den entscheidenen Platz gut zu machen. Eine Energieleistung. Und Teamwork: „Ohne meine Familie ginge gar nichts“, so Kersten Koschoreck. „Der Triathlon ist bei uns ein Familienprojekt: Mein großer Sohn und meine Frau waren in Kopenhagen an der Strecke, haben mir immer die Zwischenstände gesagt. Allein weiß man sonst gar nicht, auf welchem Platz man liegt und wie groß der Abstand ist. Und es motiviert unglaublich, wenn du deine Familie immer wieder siehst.“ Zum Familienprojekt gehört aber auch, dass Petra Koschoreck ihrem Mann als Ernährungscoach zur Seite steht. Die Pflege des jüngeren, behinderten Sohns Felix schultert sie nahezu allein. „Wir haben eine Vereinbarung geschlossen: Ich bekomme die volle Unterstützung, wenn nach Hawaii erst einmal Schluss ist mit den zeitintensiven Triathlon-Langdistanzen“, so Koschoreck. „Wir verzichten auf private Freizeit, und ich kann mich ganz auf den Wettkampf konzentrieren. Arbeiten, trainieren, essen, schlafen. Mehr gab es nicht.“ Im Januar 2017 steigt Kersten Koschoreck in die Vorbereitung ein, lässt sich einen Profi-Trainingsplan erstellen. Sechs bis acht Trainingseinheiten pro Woche. Erster Lohn ist die Qualifikation in Kopenhagen. Dann weitere sechs Wochen trainieren, die Form erhalten, aber jetzt etwas mehr Erholung einbauen. Nochmal Rücksprache mit seinem Trainer am Olympiastützpunkt Hannover, der Koschoreck bereits seit seinem ersten Marathon im Jahr 2000 in Berlin betreut

Ironman Kersten Koschorekt
Ironman Kersten Koschorekt mit Medaille

Glücksgefühl

Zehn Tage vor dem Rennen auf Hawaii die Anreise, um sich ans Klima zu gewöhnen. Leichtes Training, mit dem Bus zum Wendepunkt fahren, um mal die halbe Strecke abzufahren, zum Kennenlernen. Jeden Morgen um 7:00 Uhr zum leichten Schwimmtraining auf die Wettkampfstrecke „ins Aquarium“…
Der Wettkampftag ist dann nach kühleren Tagen unerwartet der heißeste Tag. Schon morgens um 7:00 Uhr 26 Grad, später 38 Grad im Schatten. Im sogenannten Energy Lab sind es dann 50 Grad. „Auf Hawaii geht es fast niemandem um die Zeit – hier zählt nur Ankommen“, berichtet Koschoreck. „Die Bedingungen sind einfach zu extrem.“ Wer sich auf Youtube Videos vom Massenstart anschaut, wundert sich, dass niemand ertrinkt. Keine 100 Meter ist der Strand breit, rund 2300 Menschen stürzen sich von hier aus in die Pazifikwellen. Die Radstrecke empfängt die Wettkämpfer mit so heftigem Seitenwind, dass Koschoreck fürchtet, vom Rad gepustet zu werden. Und dann der Lauf, das Finale. Bei jeder Verpflegungsstation schüttet sich Koschoreck einen Becher Eiswürfel in den Anzug, einen zweiten Becher unters Basecap. „Ich wollte noch bei Tageslicht ankommen, als sogenannter Daylight-Finisher. Aber das hat leider nicht geklappt. “

Nach 11:36:51 Stunden kommt er als 42. von 143 Startern (132 Finisher) der Altersklasse 55 ins Ziel, überglücklich. „Das Rennen selbst ist kein Genuss, aber das Glücksgefühl danach, wenn du es geschafft hast – unbeschreiblich.“

Ironman

Ziele sind wie Magneten

Doch bald schon, als die Urlaubstage nach dem Ironman vorbei sind, beschäftigen Kersten Koschoreck neue Gedanken: Was machst du als Nächstes? „Ich brauche Ziele“, sagt er. „Auch im Beruf ist das gut. Das war auch meine Botschaft an die Kollegen im Büro: Ziele sind wie Magneten, sie ziehen Erfolge an! Wer kein Ziel hat, ist auch nicht motiviert. Deshalb haben alle in meinem Team persönliche Vertriebsziele, freiwillig.“ Grenzen erfahren – das Motto des Rhön300-Radmarathons fasziniert Kersten Koschoreck deshalb besonders. 300 Kilometer mit 5000 Höhenmetern. Das klingt ganz nach einer neuen Herausforderung für 2018!

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